Wohnbebauung RIO in Riem

Studie für zwei Genossenschaften

Das lange und eher schmale Grundstück für die zukünftige RIO Bebauung entlang der Willy-Brandt-Allee weist aufgrund seiner Ausrichtung und der im Norden liegenden Messe eine sehr viel höhere Wohnqualität im Süden und zum Hof hin auf. Hierhin soll sich das meiste Wohnen also die Wohnungen orientieren. Dazu wird die "Oberfläche" zum Süden erweitert. Die im Bebauungsplan als eher Rückgebäudeartige Annexe werden zu großen stattlichen Häusern ausformuliert - richtig dicken Häusern. Das Ensemble zeigt sich als ein zusammenhängendes Haus/ Konglomerat mit möglichst verschiedenen Qualitäten und Orten, und das trotz des etwas monotonen Grundstücks.

Das Erdgeschoß wird zur Straße hin mit öffentlichen Nutzungen geplant, kleine Ateliers sind ebenso möglich wie größere Einheiten, an der Grenze der Genossenschaften findet sich der Gemeinschaftsraum der sich zu Hof und Straße orientiert. Im Osten an der Arkade angelagert die Mobilitätszentrale und der CoWorking Bereich. Die Erschließung erfolgt über die Hallen und ab dem 3.OG über Laubengänge. Die Hallen haben einen ausreichend großen Luft- und Treppenraum der einen vertikalen Raumzusammenhang für die Gemeinschaft möglich macht. Die Hallen gehen in unterschiedlichen Ausprägungen vom 2. - 4. OG in Laubengänge über. Auch diese sind breiter und so besser nutzbar und können gemeinschaftlich bzw. individuell genutzt werden - ähnlich der Rue Interieure. Im 4. Obergeschoß führt der Laubengang einmal um das ganze Gebäude herum - eine Rue Exterieure zur Stadt.

Durch das abwechslungsreiche Erschließungskonzept ergibt sich eine große Typenvielfalt. Es gibt Geschoßwohnungen in den Hallen der Dicken Häuser. Vom Laubengang erschlossene kleinere Wohnungen mit Südorientierung sind zischen den Dicken Häusern angeordnet. Die Maisonettewohnungen finden sich nur noch östlich, jeweils auf dem 2.OG (verbunden mit dem 1.OG) und dem 4.OG (verbunden mit jeweils einmal unterhalb 3.OG und oberhalb 5.OG) erschlossen. Im Osten zur Selma-Lagerlöf-Straße findet sich je eine große durchgesteckte Wohnung für Wohngemeinschaften und über ein nach Osten orientiertes Treppenhaus erschlossenen sind weitere durchgesteckte Wohnungen angeordnet. So entsteht eine durchgängige Logik: an der Außenseite sind Treppenhallen und Lauben zu finden und der Innenseite durchgehende Balkone angeordnet.

Die konsequente Anordnung von den Bädern/ Küchen führt zu über alle Geschoße durchgängigen Versorgungsschächten. Die vertikale Verteilung der Installation ist für die Sanitär- und Heizungsinstallation sichergestellt (siehe Pläne/ Grafik). Es wurde mit standardisierten Badtypen geplant: zwei Wannenbäder, ein Duschbad und ein WC. So könnten Fertigbäder (Sanitärfertigzellen) zum Einsatz kommen. In einem ersten Schritt der Standardisierung der Haustechnik wäre der Einsatz von Fertigregistern vorstellbar

Angesichts des Wunsches nach einem leistbarem Wohnungsbau schlagen wir eine eher konventionelle Bauweise mit erprobten Konstruktionen und Materialien vor: einen Massivbau mit dicken Ziegelwänden (Dämmziegel). Im Weiteren kann untersucht werden ob ein Stahlbetonskelettbau oder eine massive Bauweise mit tragenden Wänden mehr Sinn macht.

Die Straßenseite und die Hofseite sind sehr unterschiedliche Welten, und das soll das Haus auch zeigen. Die Fassaden drücken diesen Unterschied aus. Im Norden zur Straße schlagen wir eine Keramikbelegung der Außenwand vor. Die Hallen sollen hell und gut ablesbar in der Fassade sein aber ohne eine aufwendige Fassadenkonstruktion auskommen. Aus diesem Grund finden sich hier Wände aus energetisch optimierte Glasbausteinen.

Die Hoffassade bekommt mit einer vorgestellten Stahlkonstruktion für die Balkone einen eigenen Charakter. Dieses einfache Gerüst wird großzügiger Außenraum der Wohnungen und wird durch den farbigen Anstrich einen hohen Widererkennungswert haben.