Wohnbebauung Prinz-Leopold-Kaserne Regensburg

STÄDTEBAULICHE STRUKTUR
Das städtebauliche Konzept für den neuen Stadtteil auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Leopold-Kaserne in Regensburg von ISSS research Architekten und Bauchplan Landschaftsarchitekten sieht eine klassische, raumbildende städtebauliche Struktur vor. Das Quartier ist als ein soziales und ökologisches Modellprojekt konzipiert, das auch mit neuen Mobilitätskonzepten und Quartiersgaragen Stellplätze reduzieren und Tiefgaragen minimieren soll. Zentrales Element ist ein diagonal verlaufender Quartierspark, der nach Norden und Süden an bestehende Grünstrukturen anbindet.

Die drei Wohnhöfe der Stadtbau-GmbH Regensburg liegen in zentraler Lage im unmittelbaren Anschluss an diesen Park und werden die ersten Neubauten im Quartier sein. Sie werden im Hinblick auf die Ziele des Quartiers dessen Maßstab und Atmosphäre maßgeblich prägen. Chance und Aufgabe ist es daher, eine überzeugende soziale, architektonische und freiräumliche Interpretation des Modellprojektes zu entwickeln, in das sich die innovativen technischen Themen möglichst selbstverständlich einfügen. Die Blockstruktur im Bebauungsplanentwurf öffnet sich punktuell zu Nachbarhof oder Parkanlage. Die Raumlenkung durch die Öffnungen hindurch wurde durch die Betonung der Enden gestärkt, um zugleich das Potential von dreiseitig belichteten Wohnungen an diesen Stellen zu vergrößern. Die Öffnungen wurden in MU2 und MU8 an die siebengeschossigen Hochpunkte gelegt, im MU4 verspringt die süd-östliche Bebauung parkseitig. Insgesamt wird durch Baukörpertiefen und –höhen versucht, Geschossfläche weg von den Straßen und hin zum Quartierspark zu verlagern.

Der hohe gestalterische Anspruch ist in Kombination mit dem Ziel eines technisch innovativen Modellprojektes und den parallelen Erschließungsarbeiten eine logistische Herausforderung an alle handelnden Akteure, die nur mit einem hohen Maß an Teamfähigkeit und lösungsorientiertem zu schaffen sein wird. Innerhalb der Kooperation mit Maier.Neuberger.Architekten befasst sich Palais.Mai mit der Planung und Gestaltung der Fassaden.

ARCHITEKTONISCHE UND GESTALTERISCHE QUALITÄT

Unter Beachtung der Aspekte der Nachhaltigkeit, sowie der terminlichen Rahmenbedingungen des Projektes, wird die Bebauung in einer Holz-Hybrid-Bauweise umgesetzt. Die architektonische Haltung basiert weniger auf dem individuellen Detail, sondern mehr auf dem Zusammenwirken der einzelnen Teile zu einer wirkungsvollen Übersumme. Hierbei steht die ablesbare Fügung dieser Elemente, die unterschiedlichen Gliederungen der Fassaden, die ähnlichen aber nicht gleichen Häuser, differenzierte Gebäudehöhen, sowie die großzügigen Durchgänge im Vordergrund der Gestaltung. Auch die in Nuancen variierenden Farbakzente und Strukturen der Bekleidungen, das leicht springende Relief der Außenwände und Balkone tragen dazu bei, räumliche Dichte und Komplexität im Sinne einer lebendigen Quartiersidentität zu schaffen. Ebenfalls ein prägender Bestandteil sind weit auskragende Dachflächen und Pergolen, welche nicht nur einer technischen Maximierung von Solareinträgen dienen, sondern das Thema einer nachhaltigen Quartiersversorgung nach Außen sichtbar und erlebbar machen.

Durch die Kombination einer tragenden Stahlbetonstruktur und hochgedämmten, vorgefertigten Außenwänden in Holzrahmenbauweise entstehen wirtschaftliche, nachhaltige Gebäude mit minimierter CO2-Bilanz. Die Fassadenbereiche in Holzrahmenbauweise erhalten hinterlüftete Bekleidungen aus Recyclingaluminium, die Erdgeschosse werden mineralisch in Stahlbeton oder verputzt ausgeführt.