Wettbewerb WA3 im Quartier an der Paul-Gerhardt Allee

Der Hof des WA 3 zeichnet sich durch seine langgestreckte Form aus, im Westen findet sich eine sehr städtische Seite mit der gegenüberliegenden Bebauung, im Osten der spektakuläre Ausblick in den Park, im Südwesten liegt die Bebauung am internen Quartiersplatz. Der Wechsel zwischen Hochpunkten und 4-geschossiger Hofbebauung lassen die Hochpunkte als individuelle Häuser im Ensemble erscheinen. Die niedere Hofbebauung tritt in den Hintergrund. Über eine Schräge am Übergang werden die Hochpunkte deutlich nach Außen in den Stadtraum markiert. Die vier Außenecken des Hofes sind rechtwinklig; der Hof bleibt trotz erkennbarere Einzelhäuser ein in sich geschlossenes Ensemble.

Die Hofbebauung weicht an definierten Stellen von der Baugrenze zurück um den Raum zu zonieren, zu profilieren aber auch um Räume aufzuweiten und die Belichtung zu verbessern. Im Nordwesten bildet der Hochpunkt durch seine Stellung im Stadtraum und seine prägnante Schräge einen Vorplatz aus. Dieser stellt einen deutlichen Bezug zu dem Platzraum aus dem ursprünglichen städtebaulichen Entwurf her.

Das Prinzip der Hofbebauung ist: der starke Gegensatz der öffentlichen Außenwelt des Quartiers zur privaten Innenwelt des Hofes. Dies führt zu einer konsequenten Erschließung der Gebäude von Außen. Wenn möglich, profitiert die Wohnsituation von beiden Qualitäten - es wird zu beiden Seiten gewohnt (durchgesteckte Typen). Die umlaufende 4-geschossige Schicht aus Balkonen macht den Hof im Inneren zu einer Einheit.

Die typologische Grundstruktur bildet sich aus einer deutlich ablesbaren Mittelschicht aus den Erschließungskernen und Sanitärräumen und zwei äußeren Schichten zum Wohnen. Dies ermöglicht eine größerer Gebäudetiefe und bessere Ausnutzung sowie interessante, unterschiedliche Typologien.

Die Gebäude sind als geputzte Mauerwerksbauten geplant. Die viergeschossige Bebebauung wird über horizontale Fassadenbänder gegliedert, diese nehmen unterschiedliche Fensterformate und Loggien auf. Hier wird nach Außen keine bodentiefe Verglasung vorgesehen; im Hof hingegen werden großzügige bodentiefe Verglasungen angeboten. Der Farbkontrast der Bänderfassaden ist weniger ausgeprägt, die Fassade spielt subtil mit Tiefen und strahlt dabei Ruhe aus. Der Sockel zieht sich in die Eingänge, die zurückversetzt den Übergang vom öffentlichen Raum über verschiedene Schwellenzustände thematisieren.

Die Hochpunkte erhalten eine vertikale Gliederung. Sie sind deutlich kontrastreicher gestaltet. Die Brüstungen sind teilweise über handwerklich gestaltete Fertigteile besonders gestaltet. Der kontrastreiche Hochpunkt am Platz sieht ein öffentliches Sockelgeschoß vor, und eine dezente Unterscheidung der letzten beiden Obergeschosse, so entsteht eine klassische Gliederung in Sockel, Mitte und Attika. Die Außenfassaden unterscheiden sich zu den Hoffassaden, eine logische Konsequenz aus dem beschriebenen Unterschied zwischen Außen und Innen. Die Gestaltung bezieht sich im Hof stärker auf den Freiraum. Die durchgehenden Balkone treten wie Lauben in den Hof und machen die Architektur luftiger. Die Stützen haben eine elegante Form und nehmen den Sonnenschutz und ein netzartig leichtes Geländer auf.. Die Terrassen im Erdgeschoß werden mit einer Stufe zum Hof und Hecken vom gemeinschaftlichen Raum abgetrennt.