Wettbewerb Orleanshöfe

3. Preis

Ort

Rechts der Isar, im jüngeren Teil der Stadt München und nahe dem Ostbahnhof gelegen, erstreckt sich längs zwischen der Stadt und der Bahnlinie das Baufeld.

Dieser nördlich gelegene Teil der Stadt jenseits der Orleansstraße ist erst um die Jahrhundertwende zu einem echten Teil der Großstadt geformt worden. In den älteren Teilen durch die Umsetzung der stadträumlichen Ideen Zenettis, die einem französisch geprägten Stadtraumideal folgen, im benachbarten nordöstlichen Teil, durch den von Camillo Sitte geprägten romantischen Städtebau Theodor Fischers.

Lange Zeit war der schmale Streifen des Baufeldes dem Gleiskörper zugeschlagen.

Er hatte eine klare Funktion. Der Bahnhof war das einzige Bauwerk bahnseits der Orleansstraße. Die Hausfassaden bildeten nach Süden die Stadtkante zur Bahn.

Im Laufe der Modernisierungen des Bahnbetriebs und den damit einhergehenden Umwidmungen zahlreicher Flächen entlang des Gleiskörpers stellt sich nun die Frage:

Was für einen Charakter hat die Stadt an dieser Stelle? Welchen Ort will man schaffen?

Stadtraum

Dem bahnreisenden Passanten zeigt sich das Quartier als neuer Stadtbaustein mit markanter Silhouette. Basis dieses Stadtprospekts bilden langestreckte Arkaden im Süden, die Raum für die Erschließung der südlichen Wohnadressen schaffen und so entlang der Gleise die Besonderheit des Ortes in der Stadt ganz selbstverständlich ergänzen. Gleichzeitig werden die kostbaren Wohnhöfe ganz von Durchquerung und Befahrung, also öffentlichen Pflichten, entbunden.

Am Ostbahnhof schaffen die „Cour d’Orleans“ einen selbstverständlichen Auftakt durch das Angebot eines Platzes der stadträumlich auf die gegenüberliegende Straßeneinmündung reagiert und von öffentlichen Nutzungen geprägt ist. Am nördlichen Ende des Gefüges markiert ein hohes Haus die stadträumlich bemerkenswerte Stelle die sich Haidenauplatz nennt.

Freiraum

Der Freiraum besticht durch eine Abfolge von verschiedenen Hoftypologien, wobei die unterschiedlichen Ansprüche die Gestaltung formulieren. Die Erschließungshöfe bilden das Entrée in das Innenhofgefüge. Sie dienen als Verteiler und bieten durch ihre offene reduzierte Gestaltung die nötige Orientierung.

Die privateren Wohnhöfe werden durch Passagen betreten. Eine freie Wegeführung soll die Bewohner zum Erkunden der Höfe ermutigen. Kleinere Pfade führen durch eine lockere Pflanzung, die sich zum Rand hin verdichtet und auf diese Weise eine angenehme Privatheit zur Erdgeschosszone schafft. Die vorgefundene Baumkulisse bleibt vollständig erhalten. Entlang der Bahnstrecke angelagert befindet sich der Biotopkorridor der durch eine dichte Initialpflanzung hin zum Gebäude vor unerwünschtem Betreten geschützt wird.