Wettbewerb Am Oberwiesenfeld

ORT
Im Norden der Stadt nahe den historischen Stätten der Olympiade, findet sich ein ehemaliges Werksgebiet, das bereits seit mehreren Jahren in einem umfassenden Prozess der Veränderung steht. Als ein Gründungsort und Baustein der Automobilindustrie in München nimmt es die Rolle eines Kondensationspunktes der Entwicklung zum heute vorliegenden Bild des Ortes und seiner Umgebung ein. In weiterem Abstand findet sich auch die Normalstadt. Von diesen Teilen ist das Knorr-Bremse Areal jedoch durch eine laute Bahntrasse, eine mächtige Ringstraße im Süden und die Radiale der Lerchenauer Straße getrennt.

STADTRAUM
Das vorgeschlagene Konzept setzt bei der Schaffung des neuen Stadtraums die vorgefundene Idee einer Setzung unterschiedlicher Raumbausteine fort. Ein Ensemble von vier individuellen Großformen schafft einen gefassten und doch kontinuierlichen Raum des Zusammenwirkens von Arbeit und Wohnen, Zuhause und Zu Gast, Kommen, Bleiben und Gehen, Alt und Jung, Hohem, erhabenen und niedrigeren, vertrauten Stadtbausteinen. Öffentliche, soziale und nachbarschaftliche Nutzungen beleben die Erdgeschoße; dem Straßenraum zugewandte Eingänge bilden klare Adressen.

FREIRAUM
Als Herzstück städtischen Lebens bildet der zentrale große Park eine eigene Mitte für das neue Quartier. Die bereits realisierten Wohn- und Gewerbegebäude sowie die Hauptverwaltung der Knorr Bremse adressieren zusammen mit den neuen Wohnungsbauten den gemeinsamen Grünraum. Durch eine klare Hierarchisierung der Gebäudesetzung entstehen weitere spezifische Freiräume in dem neuen Quartier. Wohngassen und kleinere, nachbarschaftlich geprägte Plätzchen fungieren als Scharniere zwischen den Bauköpern. Als neuer Ankunftsort und urbaner Treffpunkt bindet der städtische Platz im Südwesten des Quartiers das neue Quartier an den öffentlichen Nahverkehr an. In dem verdichteten Quartier kommt den Dachflächen eine besondere Bedeutung zu. Während auf der Fußgängerebene die gemeinschaftlichen Freiräume durch einen hohen Nutzungsdruck stark frequentiert sind, bieten die unterschiedlich gestalteten Dachflächen Rückzugsräume, Spielflächen und Begegnungsstätten für die neue Nachbarschaft.

MITEINANDER
Ganz im Westen des Quartiers, steht ein hoch aufgerichtetes Wohnhaus mit einer bescheidenen Wohnzeile auf einem gemeinsamen Sockel und formuliert einen Auftakt des Quartiers. Östlich der kleinen Passage stellt sich eine ähnlich dimensionierte Form als Gegenüber vor. Ihr Sockel ist jedoch geprägt von unterschiedlich großen Atrium Wohnungen und Wohnungen im O-W orientierten scheibenförmigen Wohnhaus, das mit seiner ruhigen, fein ziselierten Fassade einen angemessenen Parkprospekt schafft.

Im Norden des Parks schichten sich unterschiedlich tiefe Bausteine längs gestreckt um die zentrale Terrasse des großen „Bellevue“. Ein großes Gebilde, gefügt aus mehreren Teilen bildet den Typus des neuen Wohnens angemessen ab. Dabei steht es natürlich in Münchens Tradition großer, gemischt genutzter Stadthäuser. Nebenan formt das Haus des Altenwohnheims einen privaten Hof und geht mit den Einheiten des betreuten Wohnens und dem baulichen Akzent des Bürogebäudes zur Lerchenauer Straße hin, eine lebendige Mischung ein.