Verhandlungsverfahren Bayernkaserne MU1

Stadtraum

Im Norden Münchens, in den Baumhainen der ehemaligen Bayernkaserne, entwickelt sich ein neuer, dichter, städtisch gedachter Stadtteil. Von großzügigen Grünzonen umfangen, differenzieren sich die neuen Quartiere zum umgebenden großmaßstäblichen Gewerbe, den kleinmaßstäblichen Gartenhäusern und den Wohnquartieren der Nachbarschaft.

In diesem klar verständlichen Gefüge von entworfenen Stadträumen und gesetzten Kanten wird in logischer Konsequenz ein Stadtbaustein entwickelt, der den Anforderungen an Nutzungsarten, Wohnungsmischungen und Wohnungsgrößen entspricht und daraus eine präzise Architektur entwickelt.

Diese folgt in Ihrer Gliederung den Ideen der Stadt, der Straße, des Boulevards, des Oben und des Unten. Gleichzeitig ist der Entwurf der Forderung nach dem Typus, des sich Wiederholenden, verpflichtet. Wiederkehrende Bausteine reihen sich mit Akzentuierungen zu einem fest gefügten Körper.

Die Akzentuierungen werden mittels unterschiedlicher gestalterischer Mittel eingeführt. Um einer unangemessenen Massivität dieser Form entgegenzuwirken versetzt der Entwurf den Baustein mit verschiedenen konturierenden Modulationen. So werden die Ecken der Setzung durchgehend als offene Loggien vorgeschlagen. Dies wirkt als maßstabsgebende, aber auch als vermittelnde Geste zwischen den „über Eck“ wahrgenommenen Stadträumen. Die Staffelung der mittleren Bausteine des Gefüges nach Norden, Süden und Osten schaffen an der Basis eine durchgehende Kante zum Straßenraum. Zur südlichen Ringstraße misst diese Basis die unteren drei Geschoße. Nichtwohnnutzungen beleben hier den Straßenraum. Nach Norden zum Grünen Boulevard stärkt das Angebot von Atelierwohnungen den öffentlichen Charakter des Boulevards. In der Hoföffnung im Süden des Hochpunktes bestimmt die südlich orientierte Freifläche des Nachbarschaftstreffs die Atmosphäre und schafft eine sanfte Schwelle am Eingang zum Hof.

Die durch geschützte Loggien nach Süden gegliederte Fassade schafft einen festen räumlichen Bezug.

Nach Norden, zum Grünen Boulevard, greifen die zurückgestaffelten Fassadenteile weiter in die Basis nach unten und verstärken den im B-Plan formulierten Wunsch nach profilierter Spezifik der Bausteine an den Ecken.

Wohnen

Alle Häuser sind vom öffentlichen Raum erschlossen. Die Erdgeschoßwohnungen zu den grünen Gassen sind als Hochparterre organisiert. Die Wohnungen sind alle barrierefrei und förderfähig organisiert. Alle Mehrzimmerwohnungen sind nach zwei Seiten orientiert und erhalten einen zugeordneten Freibereich als Balkon oder Loggia. Die Erdgeschossigen Wohnungen verfügen über kleine terrassenartige Austritte zum Hof hin. Im Hochpunkt werden die Wohnungen des KMB Modells situiert, MMM und EOF verteilen sich realteilbar in den weiteren Bausteinen.