Städtebaulicher Wettbewerb Klimaquartier Schweinfurt

3. Preis

STADTRAUM

Das neue Quartier nimmt zukünftig, oberhalb des Bellevue gelegen eine herausgehobene Stellung im bestehenden Stadtraum Schweinfurts ein. Als Umdeutung des bisher abgesperrten Areals des Kessler Field in besonderer Lage, oberhalb des Maintals steht es für eine zivilisierende Entwicklung des Gemeinschaftlichen an landschaftlich besonderer Stelle. Die vorgefundene Topographie stellt hierbei einen bestimmenden Faktor in der räumlichen Organisation des neuen Siedlungsgefüges dar.

Entlang der Höhenlinien legen sich differenziert geformte und gereihte Bausteine zum neuen Klimaquartier. Ganz der Idee des minimalen Eingriffs in Umweltform und Baumbestand verpflichtet.

Ergänzender gestaltender Faktor ist die Idee der Wegeschleife im Zusammenhang mit der bevorstehenden Landesgartenschau. Ein landschaftlicher Terminal, ein Endpunkt des Weges, des Schlenderns, zieht sich durch das Quartier und bietet, szenisch kuratiert, unterschiedliche Raumeindrücke, Nachbarschaften, Adressen des Urbanen, Vegetationsräume und Ausblicke. Darüber hinaus stellen sich die Setzungen der Bausteine auch den Anforderungen, welche die benachbarten schallemittierenden Nutzungen auf den Perimeter projizieren. Eine Überlagerung unterschiedlicher Wellenbilder von Topographie, Schall, Vegetation und Wegeführung formen eine organische Ordnung von Baufeldern. Diese sanfte Logik ermöglicht auch einen selbstverständlichen Umgang mit den vorhandenen Kräften des Wassers und des Windes am Hang. Die so durchströmten Räume gliedern sich maßstäblich zu den vorhandenen Straßen hin in Höhe und Nutzung.

Parzellen entlang vorhandener Erschließung erlauben höhere Gebäude und intensivere Nutzung.

Sie schaffen auch Orte eines urbaneren Miteinanders am Bestand.

NATURRAUM

Das Grüne Band von der Innenstadt kommend über den neuen Bürgerpark wird im Kessler Field zum Grünen Loop entwickelt, der das Quartier nicht nur anbindet sondern einbettet. Die Fortentwicklung des vorgefundenen Genius Loci erfolgt zeitgemäß und zeigt aktuelle ökologische und stadtklimatische Anforderungen und Lösungen beispielhaft auf.

FREIFLÄCHEN

So entstehen nicht nur spannungsvolle und didaktisch wertvolle Freiräume für die Bürger sondern auch eine Verringerung des Unterhaltsaufwands. In Extremwetterlagen werden physikalische Phänomene zum Temperaturausgleich genutzt, um mikroklimatische Aufenthaltsqualitäten zu fördern.

TYPOLOGIEN

Unterschiedliche Typologien z.B. Geschoßwohnen in entsprechenden Trägerschaften städtischer Wohnbaugesellschaften, Genossenschaften, Gereihte Häuser von Baugruppen oder gemischt belegte, vielseitig in den Siedlungsraum wirkende sechs geschossige Punkte Gewerbetreibender und Dienstleister vermischen sich so zu einem lebendigen, wirklich nachhaltigen Quartier.

Folgerichtig wird auf Tiefgaragen ganz verzichtet. Nahe der bestehenden Nutzungseinheiten schafft eine, von allen Quartiersteilen fußläufig gut erreichbare, nutzungsflexible Quartiersgarage zusammen mit dem Haltepunkt des ÖPNV einen Mobilitätshub. Temporäres Parken der Fans an Wochenenden wechselt sich hier mit gemeinschaftlichen Nutzungen von Markthalle und überdachtem Sportflächen ab.