Quartier an der Leonhardstraße Kempten

STADTRAUM UND FREIRAUM

Der vorgeschlagene Stadtraum definiert neue großzügige verbindende grüne Freiräume, die den Engelhaldepark im Norden in Richtung der Leonhardstraße im Süden fortsetzen. Die Gebäudesetzungen fassen diese Freiräume räumlich und moderieren ihre Breite und Form ausgehend von der Großzügigkeit und Weite des Parks zu einer angemessen Dichte entlang der Leonhardstraße. So bildet sich sowohl eine Adresse des neuen Quartiers, als auch eine Adresse des bestehenden Parks entlang der Leonhardstraße aus.

Die Ketten von ost-west-orientierten Gebäudesetzungen sind dabei eine Interpretation von vorgefundenen Gebäudeformen und bestehenden Richtung. Die zwischen den Gebäudevolumen entstehenden Freiräume unterscheiden sich in ihrer Dimension und Form. Sie erzeugen so differenzierte räumliche Erlebnisse und reagieren auf unterschiedliche funktionale Anforderungen. So entsteht ein Wechsel an weiter gefassten, öffentlichen, parkartigen Grünräumen mit schmaler gefassten, der überwiegenden Wohnnutzung gewidmeten Zwischenräumen mit privatem Grün und der Adressierung der einzelnen Gebäude. Lichtungen im nördlichen Baumbestand erlauben Blickbeziehungen in den Engelhaldepark. So entsteht ein durchlässiges Gefüge zwischen Park, Nachbarschaft und Quartier mit abwechslungsreichen freiräumlichen Qualtäten.

Durch einen Quartiersplatz am östlichen Teil der Leonhardstraße werden bestehende verkehrliche Anknüpfungspunkte aufgegriffen. Sowohl das neue Quartier, als auch der bestehende Park erhalten einen angemessenen Auftakt. Bestehende Rad- und Fußwegeverbindungen, ausgehend vom Knotenpunkt Fußgängerbrücke im Süd-Osten, werden hier ins neue Quartier fortgesetzt und mit den neuen Nutzungen der Nahversorgung und Kinderbetreuung unmittelbar verbunden.

TYPOLOGIE

Der städtebauliche Entwurf sieht durch Richtungswechsel, sowie Vor- und Rücksprünge gegliederte, größtenteils fünfgeschossige Bausteine vor, welche zur Leonhardstraße mit maximal siebengeschossigen und zum Engelhaldepark mit maximal achtgeschossigen Kopfgebäuden abgeschlossen werden. Die vorgeschlagenen Gebäudetiefen erlauben eine wirtschaftliche interne Organisation der Wohngebäude als Mehrspänner mit durchgesteckten, über-eck- und einseitig west-orientierten Wohnungen.