WA1 im Quartier an der Paul-Gerhardt-Allee

1. Preis

Das WA1 befindet sich am Eingang zum Quartier, am Stadtplatz der mit Shoppingeinrichtungen und einer Grundschule einen wichtigen öffentlichen Raum bildet und der die Vernetzung des neuen Quartiers mit der Umgebung fördern soll. Die Gebäude sehen eine Mischnutzung aus Gefördertem Wohnungsbau, einer Kindertageseinrichtung und einen Nachbarschaftstreff mit Cafe vor.

Die eher heterogene Situation des WA1 am Quartierseingang, wird in ein Ensemble aus mehreren Häusern mit sehr unterschiedlichen Räumen, die sich mit der Umgebung vernetzten übersetzt. So vermittelt dies Ensemble zwischen der eher kleinteiligen Körnung der Umgebung und stellt den Übergang zur klaren Hofstruktur des städtebaulichen Entwurfes her. Das Gefüge bildet einen eher geschlossenen Hof für die Wohnnutzung aus. Eine Passage von Nord nach Süd führt auf einen kleinen Vorplatz von dem aus die Kita erschlossen wird. Die leicht polygonalen Körper beziehen sich auf den Hochpunkt am Eingangsplatz und lassen ein differenziertes Raumgefüge entstehen. So wird das WA 1 zum Mitspieler am Eingang ins Quartier.

Unterschiedliche Bedingungen an den Außenseiten des WA1 führen zu unterschiedlichen Wohnformen und Erdgeschoßzonen. Das Erdgeschoss des Hauptgebäudes im Norden zum Platz beherbergt den Kinder-, Familien- und Nachbarschaftstreff. Die Treffs erstrecken sich über das gesamte Erdgeschoß und sind über eine große Öffnung mit Durchgang zum Hof erschlossen. Das lässt Blicke in den Hof und nach Süden zur Kita zu - so entsteht an dieser Nordseite ein deutliches Plus an Raumbezügen und städtischer Aufenthaltsqualität.

Zum Westen knickt der Baukörper um so den Bezug zum Supermarkt herzustellen zudem verbessert sich die Belichtung der Wohnsituation. Der Freiraum im Westen wird vom Cafe des Treffs genutzt. In den oberen Geschossen des Baukörpers wird gewohnt. Im Süden zur Passage ist das Gebäude der Kindertagesstätte angeordnet. Die Querverbindung durchs Grundstück lässt auch diese Nutzung noch Teil der urbanen Situation am Eingang werden. Die Kita erstreckt sich über drei Geschosse in den zwei Oberen Geschossen wird gewohnt. So sind die unterschiedlichen Nutzungen zwar klar Gebäuden zugeordnet aber immer gemischt, es entstehen wirkliche städtische Häuser.

Alle Wohnhäuser sind von Außen erschlossen. Die Häuser sind in der Regel als Dreispänner organisiert. Aufgrund der Gebäudestellung bildet sich ein schallgeschützter Hofbereich zu dem gewohnt wird. Die Freiräume sind ohne zusätzliche Maßnahmen nutzbar. Die Wohnungen in den am meisten schallbelasteten Lagen im Norden werden in der Regel als durchgesteckte Typen geplant.

Die Basis des Ensembles bildet ein massiver Sockel aus Sichtbeton. Alle öffentlichen Nutzungen finden sich innerhalb dieser Betonfassade. Die Wohnnutzung erhält eine Fassade aus Klinker Riemchen in einem wässrigen Violett. Dieser etwas dunklere Ton bildet einen guten Kontrast zu den neuen Gebäuden der Umgebung die eher hell sind, gibt dem Ort eine eigene Identität und erweitert die Varianz an Fassaden im Quartier. So wird es nicht langweilig. Alle Baukörper haben die gleiche Fassadensystematik. Die Eingänge in die Wohngebäude werden über die bis zum Sockelreichenden Riemchen deutlich markiert. Und sind so gut auffindbar, nach dem simplen Prinzip: Öffentlich = Beton, Wohnen = Klinkerriemchen.

Die horizontale Gliederung der Fassade über die Geschosse erfolgt mit leichten Vor- und Rücksprüngen an den Geschoßen und über Brüstungsfelder. Die Fenster zur Straße im Norden erhalten eine Brüstung, die Fenster zum Hof und den ruhigeren Seiten sind bodengleich.