Wettbewerb Truderinger Straße in München

2. Preis

Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie eine Gartenstadt von morgen mit der heute bestmöglichen Dichte aussehen und funktionieren kann.

T-förmige Baukörper bilden polygonale Hofräume mit vielen Bezügen zueinander und zur Nachbarschaft. Durch die Stellung der Körper und präzise gesetzte Öffnungen werden weite attraktive Blicke aus der Tiefe in die Landschaft zum Hachinger Bach freigegeben. Klare gemeinschaftliche Außenräume, reichhaltige Perspektiven, überraschende räumliche Beziehungen, feinmaschig verteilte Eingänge und ein vielfältiges Angebot an Wohnungstypen bilden die Grundlage für ein lebenswertes Gartenquartier.

Die Aufwertung der Truderinger Straße durch die neue Bebauung mit zusätzlichen verschiedenen Angeboten für die Nachbarschaft ist, neben der Schaffung eines Quartiers das sich trotz der hohen Dichte gut einfügt und hohe Wohnqualitäten bietet, ein wichtiges Ziel. Das Quartier soll die wichtigen Räume - die Truderinger Straße mit dem Freiraum Hachinger Bach - gut vernetzen und zugleich ein eigenständiger, wiedererkennbarer Player im heterogenen Kontext werden.

Sechs mehrschenklige Figuren sind gleichmäßig über das Grundstück verteilt und bilden eine homogene städtebauliche Textur. Diese Textur ist in ihrer Eigenständigkeit den Texturen der Nachbarschaften ähnlich. Die Arme formen nach Außen gewendete Nischen – urbane Platzsituationen und landschaftliche Crescents - die sich jeweils unterschiedlich der Landschaft im Süden und der Stadt im Norden zeigen.

Zusammen wirken die sechs raumhaltigen Teile als Kippfigur. Je nach Lesart verbinden sich die einzelnen Gebäude zu einem Hof aus einzelnen Häusern oder zu einer zusammenhängenden großen Form. Durch präzise Einschnitte werden die Grundelemente der Bebauung in feingliedrige Baukörper transformiert. Die Zeilen zwischen den Knotenpunkten werden über zwei oder drei Geschosse eingeschnitten. Aus der Perspektive des Fußgängers erscheinen die hohen Bauten als einzelne Hochpunkte und das Gefüge zeigt sich mehr als aufgelockerte Gartenstadt denn als Hofbebauung. Nebenbei entstehen in den Einschnitten attraktive private oder gemeinschaftlich nutzbare Terrassen. Durch die stattliche Höhe und die klare geometrische Gestalt entstehen eindrückliche Außenräume, die dem Quartier eine starke Identität verleihen.

Entlang der Truderinger Straße zeigt die neue Bebauung ein prägnantes Gesicht zum Stadtteil. Leichte Knicke im Rhythmus der gegenüberliegenden Bebauung laden ins Quartier ein und bilden über Aufweitungen qualitätsvolle Vorzonen entlang der Truderinger Straße. In diesen aktiven Erdgeschoßen schlagen wir, auch zur Belebung des öffentlichen Raumes, Atelierwohnungen vor. Zur Straße hin werden Arbeitsräume in unterschiedlichen Größen angeboten, die von verschiedenen selbstständigen Berufsgruppen oder von Künstlern genutzt werden können.

Über zurückversetzte Köpfe zur Straße entstehen zwei kleine urbane Platzsituationen. An diesen Plätzen finden sich öffentliche Nutzungen für die gesamte Nachbarschaft. Im Süden entstehen - als Pendant zu den Plätzen - sich zur Landschaft öffnende Crescents. Zwei dieser Crescents sind öffentlich geprägte Freiräume mit hohen Kopfbauten; hier sind auch die gemeinschaftlichen Spielplätze vorgesehen. Die Bebauung im Süden öffnet sich halbmondförmig in die Landschaft und bildet private grüne Crescents.

An den Rändern im Westen und im Osten öffnet sich die Bebauung in ähnlicher Art zum Freiraum. Die Bebauung bildet fünf Höfe aus und garantiert so funktionierende Rückzugsräume und viele Orte für die Gemeinschaft. Die Höfe sind im Charakter ähnlich geprägt durch die durchfließende, fast wilde Landschaft. Zwei der Höfe sind frei von Gebäudeerschließung, Feuerwehr und Kindertageseinrichtungen. Dadurch ergeben sich stärker belebte und ruhigere Höfe im Wechsel. Die Wohnungen sind durchgesteckt und profitieren von beiden Seiten und Qualitäten.